Detlev Steinberg | Der Abzug | Eine Fotoausstellung im Deutsch-Russischen Museum Karlshorst 17.11.2016 | 19.02.2017

Begleitprogramms des © 2016 DRM Berlin Karlshorst zur Ausstellung: Der Abzug. (per Klick vergrößerbar)
Begleitprogramms des © 2016 DRM Berlin Karlshorst zur Ausstellung: Der Abzug. (per Klick vergrößerbar)

Alle wichtigen Informationen zu diesem wunderbaren und würdigen Ausstellungs- und Publikationsprojekt sind unter anderem, wie folgt, zu finden: http://www.museumsportal-berlin.de/de/ausstellungen/der-abzug/ sowie http://blog.chlinks.de/ueberraschungstitel-im-herbst-programm-2/1116.

© 2016 Ch. Links Verlag | Deutsch-Russisches Museum Karlshorst
© 2016 Ch. Links Verlag | Deutsch-Russisches Museum Karlshorst

Um das zur Ausstellung beim VERLAG CH. LINKS erscheinende Katalogwerk direkt beim Verlag zu erwerben, folgen sie dem Link.

 

Ein Erwerb beim Museum Karlshorst wird über den Webshop des Museums ebenfalls möglich sein.

Pressespiegel zur Ausstellung

folgt

Ausstellung Detlev Steinberg: Zehn Tage Tschetschenien. Koeppenhaus - Literaturzentrum Greifswald

Ausstellung Detlev Steinberg: Lebe wohl, Deutschland. 05. März 2014 | 18. Juni 2014 Potsdam

Über die Webseite

 

Diese Internetseite möchte das bis dato öffentlich wenig bekannte und beachtete photographische Schaffen der Brüder Uwe und Detlev Steinberg in den Mittelpunkt stellen. Vielen Dank für Ihr Interesse und eine stetige Rückkehr auf die sich entwickelnde Seite. 

 

Detlev Steinberg und Heiko Krause

Uwe Steinberg | 1. Mai (1970er) | Baryt-Handabzug
Uwe Steinberg | 1. Mai (1970er) | Baryt-Handabzug

Uwe und Detlev Steinberg | Photographie

 

Die vornehmlich schwarz-weißen photographischen Arbeiten sind Sozialdokumentationen des Lebens in der DDR und in den „sozialistischen Bruderstaaten“, die den  Alltag und die Realität der Arbeitswelt ungeschönt abbilden:

 

"Wir richten unsere Linse nicht nur auf das, was von vornherein ,schöne' Bilder verspricht", formulierte der 1983 verstorbene Uwe Steinberg, "sondern auch auf nicht ganz so hübsche Mädchen und nicht ganz so rußgeschwärzte Kumpel. Unsere Mädchen sollen lebendiger und unsere Arbeiterbilder wahrer sein."

 

Zwei Photowelten existierten in der DDR nebeneinander: einerseits die inszenierten Aufnahmen von stolzen Erbauern des Sozialismus, andererseits die sachlich dokumentierenden Bilder vom Leben der DDR fern der Produktionserfolge und Jubelaufmärsche.

 

Obgleich Uwe und Detlev Steinberg für die offiziellen Medien arbeiteten, zeigen sich in ihren stillen Bildern auch der Verfall des Sozialismus, die Tristesse hinter den Kulissen – und zugleich eine unspektakuläre Schönheit, ein sensibles Menschenbild. In verschiedenen Serien dokumentierte Uwe Steinberg das Leben im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg mit seinen kleinen Handwerksbetrieben und Bewohnern. Detlev Steinberg geht mit seinen Dokumentationen sowohl über die geographischen als auch zeitlichen Grenzen der DDR hinaus. Seine Serie vom Abzug der sowjetischen Truppen aus Deutschland (1992-1994) z.B. zeigt Portraits, die von hoffnungsvollen Aufbrüchen und gescheiterten Träumen erzählen.

Uwe Steinberg wurde 1942 in Breslau geboren und nahm 1963 die Arbeit als Photograph bei der Fotoabteilung der Staatlichen Nachrichtenagentur der DDR (ADN-Zentralbild) unter der Mentorenschaft des anerkannten Bildreporters Horst Sturm auf. Dieser bestärkte ihn, neben der Agenturarbeit auch freie Themen zu bearbeiten. Es folgten Fernstudien des Journalismus und  Photographie. 1969 wurde er Gründungs- und Leitungsmitglied der stilprägenden „Gruppe Jugendfoto Berlin“. Für den Verband der Journalisten der DDR  reiste  Steinberg zweimal als Dozent für Photojournalismus nach Ägypten, für die NBI nach Kambodscha und Vietnam. Als Mitglied im Verbandes des Bildenden Künstler der DDR und späterer Leiter der Arbeitsgruppe Fotografie im Berliner Bezirksverband engagierte er sich für die Arbeitssituation der DDR-Photographen und wurde zu einem kreativen Katalysator zwischen den verschiedenen Strömungen. 1983 kam Uwe Steinberg bei einem Verkehrsunfall in Budapest ums Leben.

 

Sein zwei Jahre jüngerer Bruder Detlev studierte nach einer abgeschlossenen Lehre als Offsetdrucker ebenfalls Journalismus und absolvierte zeitgleich mit Uwe ein Fernstudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Nach der Tätigkeit für „ADN- Zentralbild“ und die Tageszeitung „Junge Welt“ wurde Detlev Steinberg schließlich Moskauer Fotokorrespondent der Zeitschrift „Freie Welt“ (1977-1982). Wie kaum ein Zweiter lernte er in dieser Zeit Moskau und auch die abgelegensten Sowjetrepubliken kennen.

 

Die Redaktion wurde für ihn buchstäblich die Tür zur Welt: Reisen führten ihn u.a. nach Kuba und Nicaragua, China, Finnland, an den Nordpol und in die BRD. In den 90er Jahren arbeitete Steinberg – inzwischen  freischaffend tätig – gemeinsam mit Sebastian Pflugbeil zum Thema Radioaktivität in der Sowjetunion. 1995 dokumentierte er den Alltag neben dem Krieg in Tschetschenien – zu Fuß unterwegs und auf sich allein gestellt.

 

Regina Bärthel, im April 2008

 

 

Detlev Steinberg | Zandunovkskaya Banya, Moskau - Зандуновкская Баня, Москва (1979) | Baryt-Handabzug
Detlev Steinberg | Zandunovkskaya Banya, Moskau - Зандуновкская Баня, Москва (1979) | Baryt-Handabzug